Aggressions- und Gewalterfahrung von Pflegenden*
(*Bericht zitiert von www.gsund.net)
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Die
Ergebnisse einer Studie bestätigen die Betroffenheit auch in unseren
Landeskrankenhäusern Um eine aussagekräftige Grundlage über die Entwicklung von Aggressionen und Gewalt gegenüber Pflegenden zu erhalten, wurde im Rahmen einer Diplomarbeit von Mag. Elisabeth Mattitisch unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ulrich Frick, Fachhochschule Kärnten, in Zusammenarbeit mit der Abteilung Pflege der Personaldirektion der KAGes eine Studie durchgeführt.
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Studienziel und Gewaltbegriff
Ziel der Studie war es herauszufinden, wie häufig Aggressions- und/oder
Gewaltereignisse auftreten, wie diese Ereignisse von den Betroffenen
erlebt und verarbeitet werden und was nach Einschätzung der Pflegenden
zur Prophylaxe von Aggression und Gewalt beitragen kann sowie mögliche
Hilfen bei der Bewältigung von Gewalterlebnissen. Im Rahmen der Studie
wurde ein sehr niederschwelliger Begriff von Gewalt verwendet, nämlich
verbale Beschimpfungen und Bedrohungen, Tätlichkeiten, sexuelle
Anzüglichkeiten und/oder sexuelle Übergriffe durch Patienten und/oder
Angehörige.
Auswertung der Fragebögen
Von den 898 ausgesendeten Fragebögen wurden 287 (33%) zeitgerecht
retourniert und in die Auswertung einbezogen. 75% der Befragten gaben
an, Gewalt und Aggression im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit erlebt
zu haben. Am häufigsten kam es dabei zu verbalen aggressiven Äußerungen,
gefolgt von verbalen Bedrohungen und tätlichen Angriffen gegen Personen.
Vor allem jüngere Pflegende unter 25 Jahren sind sehr häufig Opfer von
Gewalt- und Aggressionsereignissen.
Wurden Gewalt- und Aggressionen gegen Pflegende bislang vor allem mit
dem psychiatrischen Fachbereich assoziiert, wissen wir nun, dass auch
Interne und Chirurgie zu den Risikobereichen zählen.

| Konsequenz: Die jüngeren Kollegen und Kolleginnen haben den höchsten Schulungsbedarf und das höchste Verletzungsrisiko!! |
Persönlicher Umgang und Unterstützung
Wie Gewalt- und Aggressionsereignisse von den Betroffenen erlebt und verarbeitet werden, ist von vielen Faktoren abhängig. Eindeutig belegbar ist, dass Pflegende, welche angaben, die Ereignisse mit Kollegen, Freunden oder auch Vorgesetzten besprechen zu können, die Belastungen rascher und besser verarbeiten als Pflegende, die versuchen, allein damit zurechtzukommen. Der Bedarf an Unterstützung zur Prophylaxe und zur Bewältigung von Gewalterfahrungen wird sowohl von den Pflegenden, die bereits Gewalterfahrungen hatten, wie auch von Pflegenden ohne diese Erfahrungen als eher gering angesehen. Dieser geringe Wunsch nach Unterstützung mag aber damit zusammenhängen, dass Pflegende es als persönliches Versagen empfinden, mit schwierigen Situationen und negativen Erlebnissen nicht zurechtzukommen.
Deeskalationsmanagement
Offene Gespräche über dieses sensible Thema und die Implementierung eines gezielten Deeskalationsmanagements in allen Fachbereichen werden für die Zukunft angestrebt.





